ver-dünn-isier dich!

*rant*

als ich letztens halb-im-ernst-halb-im-scherz sagte, dass ich dünne menschen irgendwie nicht leiden kann, bekam ich einen recht vorwurfs­vollen “diskriminierung !!einself!”-blick zurück. (was ich eigentlich meinte, war: ableisierte, norm­schöne, dünne* menschen.) nun mag die eine oder andere leser_in jetzt trotz­dem noch zusammen­zucken und sich etwas unbe­haglich fühlen, aber so ist’s.

nun ja, etwas relativieren muss ich: einige meiner besten freundin_nen sind dünn. und ich bin mit ihnen befreundet, obwohl sie dünn sind! wie nett von mir! ich nehme selten an irgend­einer form von body shaming teil, also keine angst: ich habe außer einer einzigen person auch noch niemanden ver­raten, dass mir schlanke menschen schon immer suspekt waren.

es ist auch nicht ganz so leicht zu erklären, warum das so ist. denn ja, es ist total un­gerecht und vor­ver­urteilend, tatütata. anyway, please bear with me**

persönlich kann ich recht leicht erklären, warum schlanke, norm­schöne menschen mir irgendwie komisch vor­kommen: ein mix aus schlechten er­fahrungen, vor­urteilen und null anziehungs­kraft formen die basis. das alles ist kein grund, eine ganze konstruierte gruppe irgendwie abzulehnen. vor vielen monaten ist mir aller­dings auf­gefallen, warum es so ist: Continue reading

„ey, seid ihr lesbisch?“

schön war’s. mit fusel, veganer torte und punk im hintergrund den abend ausklingen lassen. nun: ab nach hause.

hand in hand schlendern wir in den u-bahnhof.

7 minuten wartezeit.

auf der bank nehmen wir platz. es ist kalt unter’m hintern. gewärmt vom fusel und der zuneigung im herzen umarme ich sie. das mache ich selten. ich weiß ja nie, wer guckt.

„ey, seid ihr lesbisch?“ zwei junge frauen lehnen sich neugierig über die bank, auf der wir sitzen.

irritation.

„ey, ich frag doch nur, seid ihr lesbisch?“

es dauerte ein paar sekunden, bis ich mich gefangen hatte und frage halb-schlagfertig zurück: „ähm, seid ihr lesbisch?“

„nee, das ist voll eklig. aber ey, nicht schlimm. mich interessiert das halt wie das so ist als lesbe.“

„das geht dich gar nichts an“ sage ich und drehe mich um.

die eine sagt zu anderen: „aber die blonde ist echt hübsch!“

4 minuten wartezeit.

ich ärgere mich, weil ich sie umarmt habe und weiß nicht, ob sie das gleiche denkt. dann ärgere ich mich, dass ich die schuld bei mir suche. und ärgere mich über diese blöden menschen. dreifach-ärger sozusagen.

kichernd lassen sie uns in ruhe, eine sagt: „na, nun seid mal nicht so aggro. ist doch nichts dabei.“

die bahn fährt ein. endlich.

„lächel doch mal!“

u-bahn, irgendwo in berlin. vollgepackt. mit menschen, einkaufstüten und gerüchen. ich sitze am fenster und schaue nach draußen. ab und zu schließe ich die augen, weil der tag lang und die laune mittel ist. ich bin schon fast am ziel, gehe punkte in meinem kopf durch, für das plenum. viel muss organisiert werden. hoffentlich bin ich gegen mitternacht zu hause.

„lächel doch mal!“

sagt er und fasste mir ans knie. erschrocken gucke ich ihn an. meine gedanken, eigentlich woanders verwurzelt, unterbrochen.

schräg vor mir sitzt er, breitbeinig, ein süffisantes lächeln. ich kenne ihn nicht.

„und guck nicht so grimmig.“ mahnt er.

mehr als einen vernichtenden blick schaffe ich nicht. die schlagkraft verloren, die zunge ganz lahm.

——  Continue reading