körper sind verkörperungen von machtverhältnissen

die begriffe dick_fett und dünn sind für uns w_orte für soziale positionen, mit denen wir ver_suchen, in die analyse einzusteigen und beziehen uns dabei begrifflich auf die us-amerikanische debatte zu diesem thema, die mit den w_orten fat und thin sprachhandelt. fat_dick_fett wird in diesem zusammenhang aus diskriminierter perspektive als empowernde selbstbezeichnung verwendet, weshalb sich die weiter_verwendung dieser begriffe für uns als verantwortungsvoll handeln wollende autorinnen anbietet. dennoch merkte eine freundin während des schreibprozesses an, dass sich die debatten zu fat positivity und fat empowerment im deutschsprachigen raum gerade erst entwickeln und bisher nicht klar ist, welche selbstbezeichnungen aus der hiesigen community präferiert werden. (…)

dick_fett und dünn begreifen wir nicht als identitäre fremd_zuschreibungen, die durch konventionalisierte und körper normierende kleidergrößen, körper”umfang”, körper”gewicht” oder “aussehen” von personen fassbar wären, weil diese faktoren in unserem verständnis konstruiert und somit bereits realisierungsformen dieses machtverhältnisses sind. (…)

als die privilegierte position be_nennen wir dünn, die in den meisten fällen entnannt und mit positiven wort_bedeutungen versehen wird. dünn dient dabei zugleich als folie, auf der dick_fett als diskriminierte position hergestellt und immer wieder als solche aktualisiert und gefestigt wird. zugleich besitzen diese positionen strukturelle realisierungsformen, was sich beispielsweise an der konzeption und realisierung von räumen, sitzmöglichkeiten und öffentlichen plätzen sowie der normierten größenauswahl in kleidungs- oder schuhgeschäften zeigt oder an der medizinisch-pathologisierenden zurichtung von als dick_fett eingelesenene individuen und damit einhergehend dem absprechen von selbst_bestimmten handlungen und lebensweisen von als dick_fett eingelesenen individuen.

Leah Bretz und Nadine Lantzsch (2013): “Queer_Feminismus. Label und Lebensrealität.” Münster: Unrast Verlag, 41f.

3 thoughts on “körper sind verkörperungen von machtverhältnissen

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