„lächel doch mal!“

u-bahn, irgendwo in berlin. vollgepackt. mit menschen, einkaufstüten und gerüchen. ich sitze am fenster und schaue nach draußen. ab und zu schließe ich die augen, weil der tag lang und die laune mittel ist. ich bin schon fast am ziel, gehe punkte in meinem kopf durch, für das plenum. viel muss organisiert werden. hoffentlich bin ich gegen mitternacht zu hause.

„lächel doch mal!“

sagt er und fasste mir ans knie. erschrocken gucke ich ihn an. meine gedanken, eigentlich woanders verwurzelt, unterbrochen.

schräg vor mir sitzt er, breitbeinig, ein süffisantes lächeln. ich kenne ihn nicht.

„und guck nicht so grimmig.“ mahnt er.

mehr als einen vernichtenden blick schaffe ich nicht. die schlagkraft verloren, die zunge ganz lahm.

—— 

wir diskutieren. und planen. wir träumen und lachen. und überlegen eine möglichst effektive art der kommunikation. keine soll sich ausgeschlossen fühlen, keine überrannt. wir organisieren die nächste feministische veranstaltung. empowerment.

ein bisschen wütend bin ich noch.

endlich finde ich worte. und zuspruch.

ganz verfliegen wird sie nicht, die wut.

——

berlin bei nacht. ich laufe. schnelle schritte, ein angenehmes lüftchen. musik im ohr.

“quatscht uns nicht voll – fasst uns nicht an
wer weiß was das soll – was will dieser mann”

meine lippen formen die worte, während sie von meinen mp3-player in meinen kopf bis in die wütenden beine fließen. ich fühl mich ein bisschen mutig. ein bisschen stark.

bis zum nächsten mal.

2 thoughts on “„lächel doch mal!“

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