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hunderte stinkefinger gegen ‘pro deutschland’

heute haben am brandenburger tor (aufgerundet!) zehn menschen von ‘pro deutschland’ demonstriert und trafen auf (ich schätze) 250 gegendemonstrant_innen, die sich den rassistischen & nationalistischen parolen trommelnd, schreiend und pfeifend entgegenstellten.

zehn ‘pro deutschland’ menschen (und ne menge polizei)

die kundgebung von ‘pro deutschland’ war als provokation gegen die flüchtlingsaktivist_innen gedacht, die sich seit dem 24. oktober vor dem brandenburger tor im hungerstreik befinden (der nach gesprächen mit regierungsvertreter_innen vorläufig beendet ist).

“kein mensch ist illegal” steht auf dem ballon

dieses camp ist seit tag eins unter ständiger beobachtung der polizei, die mehrmals massiv und gewaltvoll einschritt und den flüchtlingsaktivist_innen bei krasser kälte schlafsäcke und matten wegnahm. nach protest, medienpräsenz, dutzenden anzeigen und dem besagten gespräch mit politiker_innen darf nun am brandenburger tor wenigstens ein bus stehen, in dem es zwölf schlafplätze gibt.

die dauer-kundgebung geht also weiter, dazugekommen ist eine tolle ausstellung, die ich euch allen ans herz lege. falls ihr könnt, geht mit tee, heißer suppe und etwas zeit vorbei (es werden immer leute für nachtschichten gesucht)

ausstellung über die flüchtlingsproteste beginnend mit dem marsch von würzburg nach berlin, die demos, den hungerstreik und das camp am brandenburger tor

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„ey, seid ihr lesbisch?“

schön war’s. mit fusel, veganer torte und punk im hintergrund den abend ausklingen lassen. nun: ab nach hause.

hand in hand schlendern wir in den u-bahnhof.

7 minuten wartezeit.

auf der bank nehmen wir platz. es ist kalt unter’m hintern. gewärmt vom fusel und der zuneigung im herzen umarme ich sie. das mache ich selten. ich weiß ja nie, wer guckt.

„ey, seid ihr lesbisch?“ zwei junge frauen lehnen sich neugierig über die bank, auf der wir sitzen.

irritation.

„ey, ich frag doch nur, seid ihr lesbisch?“

es dauerte ein paar sekunden, bis ich mich gefangen hatte und frage halb-schlagfertig zurück: „ähm, seid ihr lesbisch?“

„nee, das ist voll eklig. aber ey, nicht schlimm. mich interessiert das halt wie das so ist als lesbe.“

„das geht dich gar nichts an“ sage ich und drehe mich um.

die eine sagt zu anderen: „aber die blonde ist echt hübsch!“

4 minuten wartezeit.

ich ärgere mich, weil ich sie umarmt habe und weiß nicht, ob sie das gleiche denkt. dann ärgere ich mich, dass ich die schuld bei mir suche. und ärgere mich über diese blöden menschen. dreifach-ärger sozusagen.

kichernd lassen sie uns in ruhe, eine sagt: „na, nun seid mal nicht so aggro. ist doch nichts dabei.“

die bahn fährt ein. endlich.

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„lächel doch mal!“

u-bahn, irgendwo in berlin. vollgepackt. mit menschen, einkaufstüten und gerüchen. ich sitze am fenster und schaue nach draußen. ab und zu schließe ich die augen, weil der tag lang und die laune mittel ist. ich bin schon fast am ziel, gehe punkte in meinem kopf durch, für das plenum. viel muss organisiert werden. hoffentlich bin ich gegen mitternacht zu hause.

„lächel doch mal!“

sagt er und fasste mir ans knie. erschrocken gucke ich ihn an. meine gedanken, eigentlich woanders verwurzelt, unterbrochen.

schräg vor mir sitzt er, breitbeinig, ein süffisantes lächeln. ich kenne ihn nicht.

„und guck nicht so grimmig.“ mahnt er.

mehr als einen vernichtenden blick schaffe ich nicht. die schlagkraft verloren, die zunge ganz lahm.

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